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Schüler mit Rucksack auf dem Fussweg

Darum haben es introvertierte Schüler schwerer

Introvertierte Schüler gehen oft im Unterricht zwischen all den extrovertierten Kindern unter. Aber auch als Intro ist es möglich, in der Schule zu den Starken zu gehören. Wenn die Schüler sich ihrer Introversion bewusst sind und ihre Stärken kennen.

Introvertierte Schüler haben es in unserer Gesellschaft häufig schwerer als ihre Mitschüler*innen, denn unsere Gesellschaft ist überwiegend geprägt von extrovertiertem Verhalten. Heutzutage mehr denn je. Von unseren Kindern und Jugendlichen wird erwartet, dass sie sich diesem Ideal unterordnen und anpassen. Das »System Extrovertiert« funktioniert aber nicht für unsere introvertierten Schüler.

Die Schulzeit fordert introvertierte Schüler heraus

Eine Weile versuchen unsere Jugendlichen, sich an das System anzupassen – weil die dazugehören wollen, anerkannt werden wollen. Irgendwann geben sie sich selbst die Schuld, weil sie partout nicht in dieses System passen. Dabei liegt es überhaupt nicht an unseren Jugendlichen.

Photo by Taylor Wilcox on Unsplash

Die Lehrer an unseren Schulen erwarten aktive Mitarbeit, permanente Aufmerksamkeit und Teamwork. Dass manche Jugendliche aber nicht in diese Schublade passen, weil sie schlichtweg introvertiert sind, verstehen manche Lehrer nicht – viele ältere möchten es vielleicht auch nicht verstehen und tun es als »Anstellerei« ab. Dabei ist Introversion ein Persönlichkeitsmerkmal, das unsere Kinder nicht mal eben abstreifen können wie schmutzige Wäsche.

Ständige Kritik führt zu Selbstzweifel

Selbstzweifel Frau Mädchen Traurig
Photo by Nel Mel on Unsplash

Das lange Zusammensein mit anderen Schülern, ohne die Möglichkeit, sich zurückziehen zu können, strengt introvertierte Schüler enorm an. Das hat nicht selten zur Folge, dass sie nach der Schule völlig erschöpft sind und – kaum in ihrem Zimmer angekommen – einschlafen.

Die immer stärker in den Fokus rückende Teamarbeit mag zwar auf das Berufsleben vorbereiten, aber sie ist bei weitem nicht für alle Teenager gleich geeignet. Introvertierte Jugendliche werden in der Schule schnell als zu schüchtern und verschlossen eingestuft und bekommen jedes Jahr die gut gemeinten Ratschläge, dass sie sich auf jeden Fall mehr mündlich beteiligen sollten.

Das ist für introvertierte Schüler leichter gesagt als getan, da Menschen mit Introversion generell dazu neigen, sich erst dann an irgendwelchen Diskussionen oder Besprechungen zu beteiligen, wenn sie sich absolut sicher sind, etwas Vernünftiges und vor allem Korrektes beitragen zu können. Manche Lehrer benoten auch bewusst schlechter mit der Begründung: »Du bist ja auch eher von der ruhigen Sorte.« Ja, das rechtfertigt aber nicht unbedingt die schlechte Note.

Diese ständige Kritik über die eigene Persönlichkeit kratzt mit jedem Mal mehr am Ego, gräbt kleine Furchen hinein wie Schleichwege, die mit jedem Mal tiefer und tiefer werden. Irgendwann sitzen diese Selbstzweifel so tief, dass die entsprechenden Schüler sich selbst nicht

Introversion als Stärke nutzen in der Schule

Introvertierte Schüler haben durchaus die Möglichkeit, in der Schule ihre eigenen Stärken umzusetzen und so die einen oder anderen Punkte zu holen, die ihnen durch die schleppende – wenn überhaupt vorhandene – mündliche Mitarbeit durch die Lappen gehen.

Manche Lehrer*innen lassen sich darauf ein, schriftliche Zusatzarbeiten anzunehmen, um die Note noch ein wenig zu verbessern, sollte sie auf der Kippe stehen. Das hängt aber auch zum großen Teil davon ab, wie viel Verständnis die Lehrer*innen haben. Viele jüngere Lehrkräfte, die sich mit der Thematik der unterschiedlichen Persönlichkeiten auch selbst beschäftigt haben, bieten diese Möglichkeit als Chance für ruhigere Schüler an.

Introvertierte Schüler als heimliche Helden der Teamarbeit

Auch, wenn introvertierte Schüler überwiegend ruhig sind, können sie mit ihren Stärken gerade bei den Teamprojekten und Gruppen-Referaten punkten. Zumindest dann, wenn die Lehrkräfte auf eine ausgewogene Mischung in den Teams achten.

Während die extrovertierten Schüler die Präsentation halten und somit die Aufmerksamkeit bekommen, die sie brauchen, können introvertierte Schüler die »Hintergrundarbeit« übernehmen.

Kreativität:
Die Präsentation aus der Menge hervorstechen lassen? Kein Problem! Introvertierte Schüler können ihrer Kreativität freien Lauf lassen und der Teamarbeit einen einzigartigen Auftritt verpassen.

Qualität:
Intros ist Qualität wichtig. Daher sind sie der beste Garant, wenn die Gruppenarbeit wirklich gut werden soll. Denn mit »Joa, ich lass das jetzt so!« geben sie sich nicht zufrieden.

Schreibtalent:
Die meisten Schüler haben keine Lust darauf, viel zu schreiben. Und die ganzen Infos zusammenzutragen und das Konzept zu schreiben, will auch kaum jemand machen. Auch hier können Introvertierte Teenager punkten, indem sie diesen Part übernehmen.

 

Introvertiert in der Schule ist anders, aber nicht unmöglich

Ja, als introvertierte Menschen haben es Schüler nicht leicht. Wenn sie allerdings wissen, warum sie so ruhig sind – weil sie introvertiert sind – und wie sie ihre Stärken gezielt einsetzen können, dann können auch sie stark in der Schule sein und sehr gute Noten erzielen.

Es bedeutet einiges an Arbeit, den richtigen Weg herauszufinden und manchmal muss man ihn ein paar Mal ändern, weil es doch nicht ganz passt. Aber es ist definitiv möglich.

Hast du introvertierte Kinder in der Schule? Oder bist du selbst introvertiert und hast die Schulzeit als eher schwierig erlebt? Dann schreib mir deine Erfahrungen oder Tipps in die Kommentare!

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