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Freundschaft für Introvertierte

Auch für uns Introvertierte sind Freundschaften wichtig. Jedoch stellen wir andere Anforderungen und verhalten uns anders als extrovertierte Menschen.

In diesem Beitrag sprechen wir über Freundschaft für Introvertierte und ihre Eigenheiten. Viel Spaß!

Introvertierte Menschen haben in der Regel weniger Freunde. Also, wirkliche Freunde. Keine losen Bekannten. Freundschaft zählt zu den Dingen, mit denen wir Introvertierte eher sparsam sind und mit dem wir vorsichtig umgehen. Wirkliche Freundschaften mit Introvertierten brauchen Vertrauen und Zeit – und von beidem in der Regel viel. Freunde kennen dich besser, wissen mehr von dir – auch deine negativen Seiten.

Bis wir Menschen so gut kennen, dass wir sie entsprechend nah an uns heranlassen, braucht es oft viel Zeit. Wir tun uns schwer damit. Schließlich wollen wir uns in der Gegenwart unserer Freunde sicher und angenommen fühlen. Bis dahin stehen sie als Bekannte auf dem Prüfstand. Manch einer ist schon aus unserem Leben verschwunden, bevor wir diese Frage für uns überhaupt geklärt haben. Diejenigen, die es aber schaffen, können sich sicher sein, dass sie  unser volles Vertrauen genießen und wir lange an dieser Freundschaft festhalten werden. Meine beste Freundin habe ich übrigens seit über 30 Jahren. Obwohl wir teilweise wochen- oder monatelang Funkstille haben, weil jeder mit seinem eigenen Leben zu tun hat.

Photo by Simon Maage on Unsplash

Was erwarten Introvertierte von Freundschaft?

Gute Bekanntschaften und Freundschaften sind für uns Introvertierte rar und wichtig. Wir fühlen uns mit ihnen wohl, vertrauen ihnen und genießen die Zeit, die wir zusammen haben. Dennoch stellen wir hohe Ansprüche an eine Freundschaft – und zwar für beide Seiten:

  • Die vorhandene Zeit gerne miteinander verbringen
  • Dinge gemeinsam unternehmen
  • Gegenseitige Hilfe & Ratschläge
  • Gegenseitiges Verständnis
  • Interesse an der Meinung der anderen, auch, wenn sie sich unterscheiden
  • In Krisensituationen füreinander da zu sein
  • Fehler und Schwächen anerkennen und akzeptieren
  • Offene Kommunikation, damit keine Missverständnisse aufkommen

Letzteres ist ein Punkt, der mit sehr wichtig ist und der meiner Meinung nach oft untergeht. Wir alle haben unsere ganz eigenen Ansichten über verschiedene Dinge und das ist auch gut so. Nur können wir nicht einfach erwarten, dass die anderen uns schon verstehen werden. Uns Introvertierten ist Kommunikation wichtig, da wir gerne klare Fronten haben. Durch offene Gespräche können viele Missverständnisse vermieden werden. Und eine gute Freundschaft sollte offene Gespräche aushalten können.

Photo by Sam Manns on Unsplash

Für wirklich, verbundene Freundschaften sollte man sich auf einer Ebene befinden. Wenn eine Person auf die andere herabblickt, sorgt das für ein ziemlich unausgeglichenes Verhältnis, das die Freundschaft erheblich belasten kann.

Sei geduldig mit uns Introvertierten

Mit unserem hohen Sicherheitsbedürfnis und unserer Grübelei stehen wir uns manchmal selbst im Weg. Unsere Freunde brauchen mit uns daher manchmal enorm viel Geduld. Allerdings ist das für uns in Retour ebenso selbstverständlich. Wir verlangen nichts von unseren Freunden, das wir nicht auch selbst zu geben bereit sind.

Houston, wir empfangen (k)ein Signal

Was bei uns Introvertierten schon fast wie eine Berufskrankheit anmutet, ist die Sache mit dem regelmäßigen Kontakt. Zu manchen Freunden haben wir wochen- oder sogar monatelang keinen Kontakt – nicht, weil wir uns bewusst von ihnen zurückziehen. Vielmehr tauchen wir Introvertierte gerne mal in unserer eigenen kleinen Welt ab. Dadurch kommen wir manchmal ziemlich distanziert bei anderen Menschen an. Wir nehmen uns zwar vor, in regelmäßigen Lebenszeichen zu schicken, aber oft geht uns das einfach durch. Manchmal brauchen Introvertierte einen kleinen »Schubs« von der anderen Seite.

Textnachrichten jeglicher Art sind für uns Introvertierte ideal, da wir uns dann zurückmelden können, wenn wir bereit dazu sind. Es kann übrigens auch passieren, dass wir uns im Vergleich zu unseren Freunden weniger melden. Das heißt allerdings nicht, dass wir euch weniger mögen! Wir denken trotzdem ganz oft an euch!

Introvertierte brauchen Freiraum

Ebenso wichtig wie die Verbundenheit zu Menschen ist uns unser eigener Freiraum. Das liegt nicht daran, dass Introvertierte Egoisten sind, sondern daran, dass die permanenten sozialen Interaktionen und Sinnesreize uns extrem schnell erschöpfen. Das können wir am besten wieder abbauen, wenn wir uns zurückziehen und eine Weile nur für uns sind. Unsere Freunde sollten uns das nicht übelnehmen, denn wir meinen es nicht persönlich. Nach einer Pause sind wir wieder fit und für sie da.

Wie steht es mit deinen Freundschaften? Legst du auf bestimmte Eigenschaften Wert? Oder hast du ganz andere Erfahrungen gemacht? Schreib mir deine Erlebnisse und Tipps in die Kommentare!

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