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Der erste Schritt für Introvertierte

Introvertierte Menschen machen sich oft zu viele Gedanken, was andere Menschen von ihnen denken könnten. Ertappst du dich selbst auch oft dabei? Keine Sorge, damit bist du nicht alleine! Die Angst, von anderen abgelehnt zu werden, ist bei uns Introvertierten leider oft tief verwurzelt. Es ist normal, sich Gedanken zu machen, was andere von einem selbst halten könnten. Bei introvertierten Menschen geht diese Sorge aber meist über das normale Maß deutlich hinaus. Wenn du dir zu viele Gedanken machst, dann versetzt du dich selbst in permanente Selbstzweifel und Angst vor Ablehnung, Peinlichkeiten oder die Angst, von anderen ausgeschlossen zu werden. Auf der anderen Seite hilft dir die Eigenschaft, sich über die Meinung anderer Gedanken zu machen, an dir selbst und über dich hinauszuwachsen, besser zu werden, dich weiterzuentwickeln. Wie merkst du also, dass du über das normale Maß hinausschießt?

Introvertierte: Die Meister*innen der Worst-Case-Scenarios

Wenn du dir durchgehend Gedanken machst und dein Kopf übersprudelt vor lauter Worst-Case-Scenarios, dann kannst du dir ziemlich sicher sein, dass du über die normale Grenze bereits weit hinter dir gelassen hast. In deinem Kopf laufen Bockbuster wie »50 Wege, mich selbst zu blamieren« oder »Bei Ankunft Kündigung«. Typisch introvertiert halt. Bei jedem Gespräch versuchst du zu analysieren, was dein Gegenüber wohl gerade von dir denken mag und von dem, was du von dir gibst, wie du aussiehst, was du anhast, ob du gute Arbeit abgeliefert hast – die Möglichkeiten, deinen Kopf in Dauerbelastung zu halten, sind schier endlos!

Dabei verlierst du leider oft einen wichtigen Fakt aus den Augen: Was zählt, ist nicht die Meinung der anderen von dir, sondern du. Deine Persönlichkeit. Was dich ausmacht. Und vor allem: Was DIR wichtig ist. Wie kannst du dich selbst vernünftig darstellen, wenn du dein eigenes Ich mehr und mehr unterdrückst, bis du es komplett aus den Augen verlierst? Wenn dir wichtiger ist, was andere von dir denken mögen, als was du selbst über dich denkst? Introvertiert zu sein ist nichts Schlimmes, im Gegenteil: Es macht dich besonders. Und du bist nicht allein!

Ein persönliches Beispiel

Als ich meinen aktuellen Job begonnen habe, wurde mir angekündigt, mich zu einem Netzwerktreffen mitnehmen zu wollen. Dort sollte ich mich selbst, unsere Agentur und meine Funktion in der Agentur vorstellen – in 45 Sekunden. Das mir als introvertierter Person bei dieser Ankündigung der Allerwerteste auf Grundeis ging, hat kaum jemand verstanden. Den meisten ging dieser sogenannte »Elevator-Pitch« leicht von der Hand und sie winkten nur noch müde ab. Der meistgehörte Kommentar, wenn ich nach Tipps fragte,  war: »Das Frühstück dort ist genial!« Wow. Ich brauchte keine Kristallkugel, um zu wissen, dass ich mir an dem Tag über alles Gedanken machen würde – nur nicht über das Frühstück!

Ich übte wie eine Besessene zu Hause. Schrieb mir zig Pitches auf, las sie mir vor, stoppte die Zeit. Wie schnell sprach ich? Stotterte ich vor Aufregung? War es überhaupt interessant, was ich zu sagen hatte? Oder korrekt? Fragen über Fragen. An dem Morgen des Netzwerktreffens war mir bei der Ankunft so schlecht und mein Kopf so voller Selbstzweifel, was die anderen von einer frisch eingestellten Texterin halten würden, dass an Essen überhaupt nicht zu denken war.

Introvert grübeln Gedanken Frau beißt auf Bleistift
Photo by JESHOOTS.COM on Unsplash

Als die Vorstellungsrunde bei mir angelangt war, war mein Kopf so voll und gleichzeitig so leer, dass ich alles über Bord warf, was ich vorher eingeübt hatte und einfach drauflos redete. Es funktionierte. Ich blendete die Furcht aus, was die anderen von mir denken mochten, obwohl alle Augen auf mich gerichtet waren. Hinterher war ich gleichzeitig stolz und so erschöpft, als hätte ich einen Sprint hingelegt. Eben auch typisch Introvertiert.

Photo by Mohamed Nohassi on Unsplash

Wie Introvertierte die Angst überwinden können

Am besten kannst du deine Ängste überwinden, wenn du dir vor Augen halten kannst, wofür du etwas machst. Das WARUM sollte größer sein, als deine Angst vor den Meinungen und den Reaktionen der anderen im Raum. Es ist dasselbe wie beim Netzwerken, bei der Arbeit oder sogar bei verurteilenden Familienmitgliedern – du brauchst das richtige WARUM.

Das macht es Menschen mit Introversion leichter, aus ihrer Komfortzone herauszutreten, fremde Leute anzulächeln und auch von sich aus den ersten Schritt auf jemanden zuzumachen, um Unterhaltungen zu beginnen. Mit entsprechender Übung wirst du dich darin auch sicherer fühlen und das auch ausstrahlen. Und jedes Kompliment, das du bekommst, kurbelt dein Selbstbewusstsein weiter an.

Mit zwei Schritten zum Erfolg – trotz Introversion!

Um auch trotz Introversion selbstbewusst rüberzukommen braucht es viele Schritte. Doch alle Variationen lassen sich auf zwei Kernschritte reduzieren. Mit diesen zwei Schritten legst du den Grundstein für selbstbewusstes Auftreten und dafür, deine Unsicherheit in dem Moment zu überwinden, in dem du es brauchst.

Schritt 1: Ändere deine Einstellung

Deine Gedanken drehen sich die ganze Zeit im Kreis, wie schlecht das doch alles laufen könnte? Wie sehr du dich blamieren könntest? Das ist leider für introvertierte Personen keine Seltenheit. Drück auf die Stopp-Taste! Steig aus dem Gedankenkarussell aus und atme ein paar Mal tief durch. Dann überlegst du dir einmal genau, warum du das machst. Und was der Grund dafür ist, dass du dich dafür entschieden hast. Manchmal hilft es, die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, um dem Ganzen eine neue Perspektive zu geben. Sich auf ein größeres Ziel oder einen wichtigeren Grund zu fokussieren als auf Angst und Ablehnung trickst das Gehirn zu einem gewissen Grad aus.

Eine Person hält einer Frau die Augen zu
Photo by Ryoji Iwata on Unsplash

Schritt 2: Augen zu und durch – werde aktiv!

Entscheide dich dafür, aktiv zu werden. Das Wort »Entscheiden« ist deshalb so wichtig in diesem Zusammenhang, weil es entscheidend für den Erfolg deiner Mission sein kann.

Wenn du nicht überzeugt von dem bist, was du tust, werden Angst und Selbstzweifel deine Energie und dein Selbstbewusstsein schneller leergesaugt haben, als du mit deinem Vorhaben gestartet bist.

Sobald du dich aktiv dafür entscheidest, weißt du über jeden Schritt Bescheid, der auf dich zu kommt und entscheidest dich bewusst dafür, ihn zu gehen. Dann ziehst du die Sache auch durch, ohne nach jedem Schritt wieder in das Gedankenkarussell zu verfallen.

Den ersten Schritt zu machen kann als Mensch mit Introversion extrem schwerfallen. Doch je öfter du diesen Schritt wagst, umso mehr einfacher fällt es dir irgendwann. Ich kann es aus eigener Erfahrung sagen. Mittlerweile fällt es mir nicht mehr schwer, auf neue Kollegen zuzugehen oder auch mal auf andere zuzugehen. Netzwerktreffen mit vielen neuen Menschen stellen meine introvertierte Persönlichkeit immer noch vor eine enorme Hürde, aber das ist eines meiner nächsten Ziele. Vielleicht hast du diese Hürde ja bereits gemeistert und hast ein paar Tipps für mich?

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