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Introvertierte Eltern – 8 Tipps, die dir durch den Alltag helfen

“Eltern wachsen mit ihrem Kind.” Das ist einer der ersten Ratschläge, die ich bekommen habe, als wir schwanger waren. Ich würde mich daran gewöhnen, die Nächte nicht mehr durchzuschlafen. Auch die Lautstärke würde mir irgendwann nichts mehr ausmachen. “Das wird schon!” Aber was, wenn du als Mutter Introvertiert bist und auf genau diese Dinge angewiesen bist, die nach der Geburt für sehr lange Zeit wegfallen?

Heute reden wir einmal über eine ganz spezielle Gruppe: introvertierte Eltern! Was machst du, wenn du die Ruhe und den Rückzug, die du brauchst, so nicht mehr bekommst?

Photo by Kinga Cichewicz on Unsplash

Wenn dein Kind auf der Welt ist, dann fühlst du dich, als wäre dieses kleine Wesen rund um die Uhr um dich herum. 365 Tage im Jahr, 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag. Wir lieben unsere Kinder – das steht komplett außer Frage! Aber als introvertierte Eltern ist die Umstellung vom Paar zu Familie doppelt schwer. Denn praktisch von jetzt auf gleich fallen die so liebgewonnenen Pausen und Rückzugsmöglichkeiten, die ruhigen Abende zu Hause oder gemütliche Treffen mit Freunden erst einmal weg.

Natürlich sind wir uns alle im Klaren darüber, dass das kein Zustand für die Ewigkeit ist. Nichtsdestotrotz ist die Aussicht für introvertierte Eltern, die nächsten paar Jahre keine – oder so gut wie keine – Privatsphäre und Momente allein zu haben, ein Schreckgespenst, das es erst einmal zu enttarnen gilt.

Du merkst schon, es gibt einen Lichtblick. Aber wir können auch nicht schönreden, dass gerade die Zeit mit kleinen Kindern für introvertierte Eltern eine besonders anstrengende Herausforderung ist. Ganz besonders, wenn dein Kind nicht wie du introvertiert ist, sondern zu den extrovertierten Zeitgenossen gehört. Dann können deine Kraftreserven zwischendurch ganz schön an ihre Grenzen stoßen.

Photo by Allen Taylor on Unsplash

Allerdings gewöhnt man sich tatsächlich im Laufe der Jahre daran und entdeckt sogar den einen oder anderen Trick, mit dem sich introvertierte Eltern doch noch ein wenig wohlverdiente Ruhezeit gönnen können. Damit du aber nicht jahrelang warten musst, bis du diese Tricks für dich entdeckst, habe ich hier ein paar gesammelt, die dir hoffentlich schon in der Anfangszeit helfen.

Tipp 1) Du musst nicht jeden Tag oder jede Woche Spielverabredungen haben!

Andere Kinder in deiner Wohnung zerren an deinen Nerven? Das mag zwar für die jeweiligen Eltern nicht einfach nachvollziehbar sein und vielleicht fühlen sie sich auch gekränkt – nichtsdestotrotz bist du mit diesem Gefühl nicht alleine und es ist nichts, wofür sich introvertierte Eltern schämen oder entschuldigen müssten.

Wenn du dich nicht wohl damit fühlst, spielende und schreiende Kinder in deinem Haus zu haben – die obendrein nicht deine sind – dann beschränke die Anzahl der Treffen auf ein Minimum. Es nützt ja nichts, wenn du nach einem Spielenachmittag erst einmal zwei Wochen Erholungszeit benötigst!

Tipp 2) Setze konkrete Uhrzeiten für die Spieltreffen

Wenn du nicht nur eine Anfangszeit, sondern auch direkt das Ende vorgibst, dann hast du einen Richtfaden für dich, sozusagen das Licht am Ende des Tunnels. Introvertierte Eltern haben so einen Anker, an dem sie sich praktisch über Wasser halten können, wenn die Reizüberflutung auf sie einprasselt.

Photo by Jelleke Vanooteghem on Unsplash

Tipp 3) Trefft euch auf neutralem Boden

Du magst nicht, wenn dein Zuhause überrannt wird oder du hinterher stundenlang wieder aufräumen und Flecken beseitigen musst? Dann trefft euch an neutralen Orten. Auf dem Spielplatz, in Indoor-Spielhallen, dem Zoo – so kannst du sicher sein, dass du zu Hause sofort abschalten kannst, wenn ihr zurück kommt.

Tipp 4) Fernseher und Neue Medien sinnvoll als Helfer nutzen

Ja, ich weiß, manche Eltern werden jetzt Sturm laufen. Allerdings finde ich persönlich es nicht verwerflich, das Kind – ungefähr ab drei oder vier – eine kurze Zeit mit einem Tablet oder Smartphone und einer entsprechend kinderfreundlichen App spielen zu lassen. So können introvertierte Eltern ein paar Minuten durchatmen, wenn ihnen alles über den Kopf zu wachsen scheint.

Selbstverständlich sollte es nicht zur Gewohnheit werden und die Kinder sollten nicht den ganzen Tag vor dem Tablet oder Smartphone hängen. Erst recht nicht in jungen Jahren. Aber für zwischendurch, wenn du wirklich mal ein paar Minuten Zeit für dich brauchst, bevor du durchdrehst, sind diese Helfer durchaus legitim!

Photo by Alexander Dummer on Unsplash

Tipp 5) Versteck dich – zumindest ein paar Minuten

Nein, natürlich sollst du deine eigenen Kinder nicht meiden. Aber jeder von uns Eltern kennt diese Situationen, in denen man sich nichts sehnlicher wünscht als einfach mal fünf Minuten nur für sich. Ohne »Maaaammmaaa« oder »Paaapaaaaaa«. Es hat bei mir nicht oft geholfen, aber manchmal konnte ich mich tatsächlich ein paar Minuten im Badezimmer verschanzen. Manchmal kam meine Tochter hinterher und quasselte mir selbst durch die Tür einen Knopf an die Backe, aber ich hatte dennoch für ein paar Minuten meinen Freiraum.

Tipp 6) Nimm dir ein paar Minuten Auszeit. Egal wo.

Berufstätige Eltern kennen das Chaos: Aufstehen, sich selbst schnell fertig machen, Kinder für die Schule fertig machen, Kinder eventuell zur Schule bringen und dann selbst zur Arbeit fahren. Und am Nachmittag ein ähnliches Spielchen wieder von vorne. Von der Arbeit nach Hause fahren, Kinder von der Betreuung abholen, einkaufen, Haushalt, Kinder bespaßen – halb tot auf die Couch fallen. Der Weg von der Couch zum Bett wird dann sprichwörtlich auf allen Vieren hinter sich gebracht. Da sind viele von uns gleich – ob introvertierte Eltern oder extrovertierte.

Gönn’ dir zwischendurch ein paar Minuten Pause. Fahr auf einen Parkplatz und sammle deine Gedanken. Oder wenn du mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, hol dir ein Eis und nimm eine Bahn oder einen Bus später – sofern es geht. So kannst du dich auf vom Kopf her auf die Arbeit oder nach Feierabend auf deine Kinder einstellen und mit dem Kapitel vorher abschließen. Mir hat das immer ganz gut geholfen, »umzuschalten«.

Photo by Jason Briscoe on Unsplash

Tipp 7) Schließe dich mit anderen Introvertierten zusammen

Egal ob introvertierte Eltern oder Intros ohne Kinder: Niemand versteht deine Gefühle so gut wie sie. Denn sie haben dieselben. Ob du dir also »Leidensgenossen« suchst, damit ihr euch treffen und austauschen könnt oder ob du introvertierte Freunde suchst und dir zwischendurch eine Auszeit von deinen Kindern genießen kannst (wenn du das Glück hast, dass in dieser Zeit jemand auf sie aufpasst) – mit Gleichgesinnten kannst du deine Reserven zumindest zu einem Teil wieder aufladen und offen reden, ohne missverstanden zu werden.

Tipp 8) Nutze die Zeit, wenn deine Kinder schlafen

Nein, ich meine nicht zum Putzen, Waschen oder Bügeln. Ich meine für dich! Denn das geht als Eltern – introvertiert oder nicht – viel zu oft unter. Auch, wenn du beispielsweise spätabends zu kaum etwas zu gebrauchen bist, gönne dir etwas Zeit für dich. Lies ein paar Seiten, höre ruhig Musik oder ein Hörbuch. Paare können die Zeit endlich gemeinsam verbringen. Mit Fernsehen, reden, einfach kuscheln – oder was euch sonst noch so einfällt ; )

Photo by Nathan Dumlao on Unsplash

Das waren jetzt so meine liebsten Tipps, die mir sehr geholfen haben, als meine Tochter noch klein war. Vielleicht waren es nicht immer die pädagogisch wertvollsten Ideen für das Kind – aber sie haben ihr und ihrer Intelligenz nicht geschadet. Mir allerdings haben sie enorm geholfen und ganz ehrlich? Wenn es uns Eltern nicht gut geht, überträgt sich das auf unsere Kinder und das ist unwesentlich schlimmer, als für kurze Zeit unsere Kinder vor den Fernseher zu setzen oder ihnen ein Tablet mit altersangemessenen Spielen zu geben.

Wie machst du das, wenn du mal ein paar Minuten Ruhe brauchst, dein Kind sich aber partout nicht von dir lösen mag? Wie geht ihr als introvertierte Eltern mit sehr lebhaften Kindern um? Was hilft euch? Schreibt es mir in die Kommentare!

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