[dsgvo_service_control]

Über Mich

Introversion – das weitverbreitete Mysterium

Hi. Ich bin Carina und ich bin introvertiert. 

Nein, das ist keine Therapie-Website. Weit entfernt davon. Vielmehr ist Wort und Herz eine Website, die über Introversion informiert. Über all die bunten Facetten, Vorteile, Nachteile, Stärken und Schwächen. 

Denn wenn ich eines immer wieder aufs Neue feststelle: Viele wissen immer noch nicht, dass verschlossen und introvertiert zwei grundverschiedene Dinge sind! Ebenso wie einsam und allein.

Das Thema Introversion zieht sich durch alle Lebensbereiche: Kindergarten, Schulzeit, Arbeitsleben, Sozialleben, Familienleben. Es ist ein Teil unserer Persönlichkeit und wenn wir wissen, wie wir ihn effektiv einsetzen, dann können wir unsere Komfortzonen erweitern und über uns hinauswachsen.

Beispiel gefällig?

Vor 27 Jahren lebte ein junges Mädchen in Gelsenkirchen. Unscheinbar, unauffällig. Sie hasste es, im Mittelpunkt zu stehen. Meist, fand man sie irgendwo im Hintergrund oder an der Seite. Sehr wohlfühlte sie sich mit vielen Menschen um sich herum eh nicht. Weder in der Klasse, noch bei größeren Familiengeburtstagen. Zu laut, zu voll, zu rummelig. Nicht selten schlief sie dann irgendwann, irgendwo in der Ecke ein. Selbst in der Disco neben der Box! Irgendwie freakig, oder? Neue Freundschaften schloss dieses Mädchen auch eher durch Zufall. Auf Leute zugehen konnte sie schlecht, telefonieren mochte sie nicht. Am liebsten blieb sie zu Hause, mit ihren Büchern, ihrer Schreibmaschine und ihrer Musik.

Ihre Lehrer*innen haben sich häufiger beschwert: Sie sei zu ruhig, zu unauffällig, sie solle mehr aufzeigen, sich mehr beteiligen, Gruppenarbeit sei doch dafür super geeignet. Doch genau das war nicht ihr Fall. Also grübelte sie weiter allein, träumte von einem Job, bei dem sie schreiben konnte und verschlang weiter ihre Stephen King-Bücher. Sie heiratete, bekam eine Tochter und versuchte im Job und in der Familie aufzugehen. Doch nirgendwo schien sie die Erwartungen erfüllen zu können. Sie engagierte sich nicht genug in Kindergarten und Grundschule, traf sich nicht mit genug anderen Müttern und den ganzen Tag die Kunden um sie herum, … kurz: Sie war nicht glücklich.

Als ihre Tochter älter wurde, wendete sich das Blatt. Ihre Ehe war mittlerweile passé und sie wohnte mit ihrer Tochter in einer eigenen Wohnung und hatte die Ruhe, die sie wollte. Jetzt, im Alter von 38 Jahren hat sie einen kleinen Freundeskreis, arbeitet als Texterin in einer Full-Service-Agentur und kommuniziert offen ihre Introversion. Es hatte lange gedauert, bis sie gemerkt hatte, dass sie nicht verschlossen, nicht verklemmt war. Lediglich introvertiert. Seitdem hat sie ihre Stärken ausgebaut und verfolgt ihre Ziele. Und sie ist glücklich wie nie zuvor.

Und die Moral von der Geschicht’?

Du ahnst es schon, oder? Dieses junge Mädchen war ich. Ich hatte mein Leben lang versucht, die Erwartungen anderer zu erfüllen, konnte es aber den meisten von ihnen nicht recht machen. Mit Mitte dreißig hatte ich die Nase voll davon, mich zu verbiegen. Und mit 36 Jahren beschloss ich, endlich in einem Job zu arbeiten, der zu mir und meiner Leidenschaft passt. Schließlich habe ich noch ein paar Jahre vor der Brust bis zur Rente.

In der Agentur, in der ich jetzt Arbeite, ich es kein Makel, introvertiert zu sein. Meine Leistungen werden anerkannt und wertgeschätzt. Und zum ersten Mal überhaupt habe ich das Gefühl, gut zu sein. In dem, was ich mache und gut, wie ich bin.

Wozu Wort und Herz?

Ich möchte über Introversion aufklären. Möchte dazu betragen, dass introvertierte Menschen nicht immer wieder verkannt werden. Und vor allem, dass introvertierte Menschen erkennen, dass ihre Persönlichkeit kein Makel ist, sondern bei richtiger Nutzung eine Stärke sein kann.